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Kein Kind zurücklassen!

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Der Bregenzerwald lässt kein Kind zurück

Das Modellvorhaben “Kein Kind zurücklassen” ist im Mai 2016 in 27 Kommunen im Land Vorarlberg (Österreich) gestartet. Das Projekt wurde in Anlehnung an ein Modellvorhaben des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann Stiftung  entwickelt und konzipiert. Ziel der Bildungsinitiative in Vorarlberg ist es, die Angebote in den beteiligten Städten und Gemeinden so zu bündeln, dass ein lückenloses Bildungsangebot von der Geburt eines Kindes bis zum Eintritt in das Berufsleben entsteht. Dieses Ziel soll mithilfe von präventiven Maßnahmen erreicht werden, die bereits von Geburt an Chancengleichheit garantieren und die individuellen Stärken der Kinder fördern sollen.

Für die Entwicklung einer konkreten Strategie für das Bildungsnetzwerk im Bregenzerwald entschied sich die verantwortliche Regionalplanungsgemeinschaft - die Regio Bregenzerwald - dazu, alle relevanten Akteure einzubinden, um das vorhandene externe Wissen und die Erfahrungen der Stakeholder für die Planung und Konzeptionierung zu nutzen. Nach einer kurzen inhaltlichen Absprache mit Insights und der gemeinsamen Entwicklung der zentralen Fragestellung startete die Konsultation auf der digitalen Plattform Vorarlberg (https://vorarlberg.mitdenken.online). Die digitale Plattform wird vom  Land Vorarlberg für verschiedene Beteiligungsprojekte genutzt und auch den Regionen und Kommunen zur Verfügung stellt, die ihrerseits Beteiligungsprojekte hierüber durchführen können. Dieses Angebot hat die Regio Bregenzerwald im vorliegenden Fall genutzt.

Screenshots des Projekts "Bildung in der Regio Bregenzerwald" auf der digitalen Plattform des Landes Vorarlberg

Der Beteiligungsprozess

Mitte Februar erhielten mehrere hundert Stakeholder - darunter Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, Vereine, PädagogInnen und Ärzte, sowie die Regio Botschafter, ein Netzwerk aus hoch engagierten Akteuren, die sich für die Region einsetzen - eine persönliche E-Mail. In dieser E-Mail wurden die Stakeholder über den Prozess informiert und dazu eingeladen, sich an der Konsultation zur strategischen Ausrichtung des Bildungsnetzwerkes mit ihrem Wissen zu beteiligen. Neben der Einladungs-E-Mail über die Plattform wurden zusätzlich einzelne Akteure als “Multiplikatoren” von der Regio Bregenzerwald angeschrieben. Diese Akteure wurden mit Blick auf ihr Potenzial weitere Stakeholder zu mobilisieren, gebeten, ihre Netzwerke für den Beteiligungsprozess zu gewinnen.  

Für insgesamt drei Wochen war es für die Teilnehmenden möglich, auf der digitalen Plattform Antworten abzugeben. Durch zwei Erinnerungs-E-Mails, die in einem Abstand von jeweils einer Woche über die Plattform versendet wurden, wurden die Akteure aktiv dazu aufgerufen, sich zu beteiligen. In den E-Mails wurden insbesondere das Gesamtziel der Beteiligung sowie die Wichtigkeit jedes einzelnen Beitrags hervorgehoben. Innerhalb von drei Wochen kamen so über 50 Antworten auf der Plattform zusammen.

Im nächsten Schritt wurden aus allen Beiträgen der Teilnehmenden in einem kollaborativen Prozess die wesentlichen Erkenntnisse gewonnen. Dazu wurden die Akteure gebeten, die wichtigsten Kernaussagen ihrer Antworten zu markieren, ähnliche Beiträge anderer User zu gruppieren und Erkenntnisse vorzuformulieren. Die Ergebnisse dieser “Crowd-Analyse” wurden durch eine Projektmanagerin von Insights verfeinert und den verantwortlichen Entscheiderinnen der Regio Bregenzerwald für das Bildungsnetzwerk Martina Rüscher (LAbg.) und Doris Simma (Koordinatorin „Der Bregenzerwald lässt kein Kind zurück“) vorgelegt.

Ergebnisse und Fazit

Die Analyse der einzelnen Beiträge ergab insgesamt sechs Erkenntnisse. Davon thematisieren drei der Erkenntnisse die konkrete inhaltliche Ausgestaltung des Bildungsnetzwerks, während es bei den weiteren Erkenntnissen eher um die strukturellen Rahmenbedingungen der Bildungsinitiative geht.

Beispielhafte Darstellung der Erkenntnisse 1 und 4

Bei einem Treffen des verantwortlichen Arbeitskreises wurden die Erkenntnisse diskutiert und durch Stellungnahmen adressiert. Die Stellungnahmen wurden anschließend auf der Plattform veröffentlicht und durch persönliche Rückmeldungen an alle Teilnehmenden per E-Mail kommuniziert. Persönliches Feedback ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Beteiligungsprozesse und aus diesem Grund fester Bestandteil unseres Tools. Das Versenden individueller Rückmeldungen an jeden Teilnehmenden schafft Transparenz und motiviert die Stakeholder dazu, sich in zukünftigen Prozessen erneut zu beteiligen. Hier ein Blick auf eine beispielhafte Feedback-E-Mail:

Alle Beteiligten zeigten sich hocherfreut über den Prozess:

“Wir waren überrascht von der hohen Qualität der Beiträge und Erkenntnisse der Konsultation. Die Beteiligung hat gezeigt, dass wir uns mit dem Bildungsnetzwerk auf dem richtigen Weg befinden. Das Expertenwissen der Akteure hat wertvolle Ideen für das Strategiepapier ergänzt und wesentliche Impulse für die Schwerpunktsetzung des Bildungsnetzwerks gegeben. Innerhalb von nur 7 Wochen konnten wir den gesamten Prozess über die digitale Plattform von Insights mit knapp 600 Akteuren durchführen und die Ergebnisse der Konsultation in unserer Arbeitsgruppe adressieren.”

Die Ergebnisse der Konsultation fließen im weiteren Verlauf in das Strategiepapier für das Bildungsnetzwerk im Bregenzerwald ein. Alle Erkenntnisse und Entscheidungen der Konsultation zum Nachlesen finden Sie hier. Die digitale Plattform ist weiterhin unter vorarlberg.mitdenken.online aufrufbar und wird vom Land Vorarlberg für weitere Beteiligungsprojekte genutzt. Schauen Sie doch mal vorbei!

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Quellen:

www.vorarlberg.at

www.regiobregenzerwald.at

Anna Welbers
Projekt Managerin
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