Alle Beiträge

Forderungskatalog: Digitalisierung

Expertenkonsultation der Bertelsmann Stiftung

Anna Welbers Anna Welbers
This is some text inside of a div block.

“Technologie ist digital, Gesellschaften sind analog.
Leider sind sie viel zu lang als unterschiedliche Bereiche betrachtet worden”,
sagte Thomas Hendrik Ilves, ehemaliger estnischer Staatspräsident, in seiner
Dankesrede zum Reinhard Mohn Preis, der ihm im Juni 2017 in Gütersloh verliehen
wurde. Der Reinhard Mohn Preis 2017 stand unter dem Motto
das Thema Digitalisierung in den
Vordergrund.

Deutschland
hinkt hinterher

Trotz seiner wirtschaftlichen Stärke wird Deutschland
immer wieder als digitales Entwicklungsland bezeichnet. Woran liegt das? Wie
kann dies überwunden werden und welche Potenziale können dadurch freigesetzt
werden? Diesen Fragen ist die Bertelsmann Stiftung im Rahmen des diesjährigen
Reinhard Mohn Preises nachgegangen.

Politik, Verwaltung und weite Teile der Öffentlichkeit
sind sich darüber einig, dass das teilweise schlecht verfügbare und langsame
Internet in der Bundesrepublik ein Grund dafür ist. Der Breitbandausbau
verläuft nur schleppend und erfüllt nicht die Anforderungen der heutigen
Gesellschaft. Außerdem bestehen in Deutschland sowohl bürokratische als auch emotionale Hürden in Politik, Verwaltung und den Köpfen der Bevölkerung. Die
Skepsis gegenüber dem “Digitalen” – sei es in Form von neuen Geschäfts- und
Arbeitsmodellen oder anderen Entwicklungen – könnte auch an mangelndem
Verständnis und unzureichenden Kompetenzen liegen.

Forderungskatalog
für ein

Die vergleichsweise schlechte Stellung Deutschlands nahm
die Bertelsmann Stiftung im Rahmen des Projekts Smart Country -
Vernetzt.Intelligent.Digital zum Anlass, einen Forderungskatalog zum Thema
Digitalisierung zu entwickeln. Ziel war es, diese Forderungen in den
politischen Raum zu kommunizieren und der neuen Bundesregierung ins
Hausaufgabenheft zu schreiben.

Vorgehen

Um den Forderungskatalog zu erstellen und inhaltlich mit
Wissen zu füllen, entschied sich die Bertelsmann Stiftung dazu, verschiedene
Experten einzubinden. Dazu wurde zunächst eine
durchgeführt.
Deutschlandweit wurden 40 hochrangige Experten identifiziert. Die Experten
kamen unter anderem aus den Reihen des DStGB, des Fraunhofer Instituts, der
Stiftung Neue Verantwortung sowie weiteren Organisationen. Die Struktur des
Forderungskatalogs wurde im Vorfeld von der Bertelsmann Stiftung auf vier
Themenbereiche festgelegt:
. Für die
praktische Umsetzung des Katalogs entschied sich die Bertelsmann Stiftung dazu,
eine Konsultation mit Insights zu den vier Themenbereichen durchzuführen.

Die digitale Plattform von Insights 

Zunächst entwickelte die Bertelsmann Stiftung in
Zusammenarbeit mit Insights vier entsprechende
, die sich aus
den vier definierten Themenbereichen ableiteten. Die Fragen veranschaulichen
sehr deutlich die Auffassung der Bertelsmann Stiftung, dass das Thema
Digitalisierung immer im Kontext von Lebensqualität und gleichwertigen
Entwicklungschancen gesehen werden muss. Mit anderen Worten, Digitalisierung
wird als wertvolles Mittel gesehen, um die Lebensqualität und Potenziale von
Menschen zu verbessern – unabhängig von sozialer und geographischer Herkunft. 

1.   
Rechts- und Organisationsrahmen:

2.   
Digitale Infrastrukturen:

3.   
Sichere IKT:

4.   
Digitale Kompetenzen:

Die identifizierten Experten waren aufgerufen in einem Zeitraum von zwei
Monaten Stellung zu den vier Fragen zu nehmen. Aufbauend auf den aus diesen
Beiträgen gewonnenen
wurden die Forderungen durch Insights und
die Bertelsmann Stiftung entwickelt. Die wesentlichen Vorteile einer
Konsultation über die digitale Plattform von Insights bestehen darin, dass sie deutlich
kosten- und zeiteffizienter durchgeführt werden kann, als herkömmliche
Befragungen, Workshops und Meetings. Unabhängig von Zeit und Ort werden alle
Gedanken und Beiträge der Teilnehmenden auf der Plattform festgehalten und
dargestellt.

"Mithilfe von Insights
konnten wir das umfangreiche Wissen der Experten effizient und effektiv in die
Erstellung des Forderungskatalogs einbringen. Die Ergebnisse der Konsultation
überzeugten durch inhaltliche Qualität. Aufgrund der positiven Rückmeldungen
innerhalb unserer Organisation kann ich mir gut vorstellen, das Tool in Zukunft
auch für andere Entscheidungsprozesse zu nutzen!" (Kirsten Witte,
Bertelsmann Stiftung)

Von
der Antwort über die Analyse bis hin zu den Erkenntnissen – alles auf einer
Plattform

Während der gesamten Konsultation wurden mehr als 100 Antworten von den
Experten auf der Plattform abgegeben. Diese wurden anschließend analysiert und
zu Erkenntnissen verdichtet, aus denen der Forderungskatalog entstanden ist.

‍‍Screenshot der Insights Webseite der Bertelsmann Stiftung mit den vier Themenfeldern

Erfolgsfaktoren:
Persönliche Ansprache, Wertschätzung, Auf dem Laufenden halten

Die Einbindung der 40 Expertinnen und Experten erfolgte
über E-Mail. Grundsätzlich ermöglicht es die Technologie von Insights, Stakeholder über verschiedene Kommunikationswege einzubinden und deren Beiträge
einzuholen. Die Wahl der Kommunikationskanäle hängt dabei von den Präferenzen
und Gewohnheiten der Stakeholder ab und variiert somit von Projekt zu
Projekt. 

‍Unterschiedliche Kommunikationskanäle und Formen
der Beteiligung

Insgesamt wurden während des gesamten Projektzeitraums
vier E-Mails über das integrierte E-Mail-System der Insights Plattform an die
Expertinnen und Experten versendet. Eine regelmäßige Kommunikation mit den
Stakeholdern ist wichtig, um sie über den Stand der Dinge zu informieren,
Erinnerungen zu platzieren, Wertschätzung zu geben und eine virtuelle
Gemeinschaft zu schaffen. 

Der dargestellte Screenshot zeigt einen Ausschnitt aus der ersten
E-Mail, in der die Expertinnen und Experten zur Konsultation eingeladen wurden.

Drei Aspekte sind hier erwähnenswert: Zentral für die
Kommunikation mit Stakeholdern ist die persönliche Ansprache. Durch die Nennung
des Namens entsteht Vertrauen und eine erste Bindung. Für den Stakeholder wird
klar, dass sein bzw. ihr Beitrag von zentraler Bedeutung für die Konsultation ist. Durch
das graphisch ansprechende Design der E-Mail wird Aufmerksamkeit geweckt.
Schließlich wurden die Experten durch eine kurze und knackige Beschreibung des
Kontexts und des Projekts inhaltlich abgeholt und an das Ziel der Konsultation
herangeführt.
Ein Klick auf “Zur Webseite” führte die Experten direkt
auf die digitale Plattform von Insights, auf der sie ihre Antworten zu den jeweiligen
Fragestellungen abgeben konnten. 

Das
Herzstück – Die Analyse

Zur Analyse der abgegebenen Antworten bietet das Insights
Tool zwei Möglichkeiten, die sich nach dem Grad des Outsourcings an die
Stakeholder unterscheiden. Bei großen Projekten mit besonders vielen Antworten
wird die Analyse meist von den teilnehmenden Stakeholdern durch einen

, kollaborativen Prozess selbst übernommen. Alternativ besteht
auch die Möglichkeit, dass der Entscheidungsträger die Analyse selbst bzw. in
Kooperation mit Insights durchführt. Aufgrund des Formats der Konsultation der Bertelsmann Stiftung,
die als Expertenkonsultation angelegt war, entschied sich die Bertelsmann
Stiftung für eine Zwischenvariante: Die Experten markierten die

ihrer Antworten selbst. Mitarbeiter der Bertelsmann Stiftung formulierten
gemeinsam mit Insights die Erkenntnisse und brachten Sie mit den jeweiligen
Kernaussagen auf der Plattform in Verbindung. In einer zweiten
Expertenkommission, bestehend aus Vertretern der Wissenschaft, Industrie und
Verwaltung, wurden anschließend die formulierten Erkenntnisse final für den
Forderungskatalog abgestimmt.

. Den gesamten Forderungskatalog finden
Sie

Was
passierte mit den Ergebnissen?

Nach der Verleihung des Reinhard Mohn Preises wurde der
Forderungskatalog als Teil des Projekts
in den politischen Raum kommuniziert. Auch die deutsche Presse
griff das Projekt vermehrt auf und ging auch konkret auf den Forderungskatalog
ein:

“Der Katalog [ist] ein wertvolles
Werk mit konkreten Ideen, wie Deutschland den 'Aufholprozess' mit 'hoher Geschwindigkeit und konsequenter Umsetzung' ohne allzu viel 'Bedenkenträgerei' aber mit 'gesundem Pragmatismus' erreichen kann.”

Fazit

Der Forderungskatalog der Bertelsmann Stiftung soll
anhand vier konkreter Handlungsfelder aufzeigen, an welchen Stellen die Politik
ansetzen muss, um die Digitalisierung in Deutschland positiv voranzutreiben.

"Es bedarf dringend einer
Gesamtstrategie, um die digitale Transformation zu gestalten – so wie es
beispielsweise in Estland, Schweden oder Österreich erkennbar ist", sagte
Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

 Weitere Insights Projekte zum Thema Digitalisierung
finden Sie in unseren

_________________

Quellen:

https://www.welt.de

https://www.manager-magazin.de

https://www.bertelsmann-stiftung.de(1)

https://www.bertelsmann-stiftung.de(2)

https://www.bertelsmann-stiftung.de(3)

Related Posts

Jetzt Kontakt aufnehmen!

Demo anfordern, Pilotprojekt entwickeln, Stakeholder einladen